Begriffe der Bahnsicherheit – kurz erklärt

Von Abschaltung bis Warnsignal: Die wichtigsten Wörter rund um Sicherheit am Gleis. Für Bewerber, Auftraggeber und alle Neugierigen.

A

Abschaltung
Das Ausschalten der Oberleitung in einem bestimmten Abschnitt, damit dort gefahrlos gearbeitet werden kann. Die Abschaltung wird vorher beantragt – siehe Schaltantragsteller.
ATWS (Automatisches Warnsystem)
Technische Anlage, die Beschäftigte im Gleis automatisch vor herannahenden Zügen warnt – akustisch und optisch. Sie wird entlang der Baustelle aufgebaut und ergänzt oder ersetzt je nach Planung die Warnung durch Sicherungsposten.

B

Bahnerder
Fachkraft, die abgeschaltete Oberleitungsabschnitte erdet, bevor an oder nahe der Oberleitung gearbeitet wird, und die Erdung nach Arbeitsende wieder aufhebt.
Bahnübergangsposten (BÜP)
Sichert einen Bahnübergang von Hand, wenn die Technik wegen Bauarbeiten oder einer Störung nicht automatisch sichert. Er behält Zug- und Straßenverkehr gleichzeitig im Blick.

E

Einweisung
Kurze Unterweisung vor Arbeitsbeginn: Wo ist die Arbeitsstelle, welche Gleise sind betroffen, aus welcher Richtung kommen Züge, wie wird gewarnt? Ohne Einweisung beginnt keine Sicherung.
Erdung
Verbindung eines abgeschalteten Oberleitungsabschnitts mit der Erde. Sie schützt vor gefährlicher Spannung, falls der Abschnitt doch wieder unter Spannung gerät.

G

Gefahrenbereich
Der Bereich am Gleis, in dem Personen durch vorbeifahrende Züge gefährdet sind. Vor einer Zugfahrt müssen ihn alle Beschäftigten rechtzeitig verlassen.
Gleisbaustelle
Jede Baustelle im oder am Gleis – von der Instandhaltung bis zur Erneuerung. Fährt daneben weiter Zugverkehr, braucht sie eine Sicherung.

H

Helfer im Bahnbetrieb (HiBa)
Unterstützt den Bahnbetrieb vor Ort nach Weisung, etwa bei Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen.

K

Kolonne
Gruppe von Beschäftigten, die gemeinsam im Gleis arbeitet. Der Sicherungsposten warnt die Kolonne vor Zugfahrten.

N

Nachbargleis
Ein Gleis neben der Arbeitsstelle, auf dem weiterhin Züge fahren können. Auch von dort droht Gefahr – die Sicherung muss es berücksichtigen.

O

Oberleitung
Die Fahrleitung über dem Gleis, aus der elektrische Züge ihren Strom beziehen. Arbeiten in ihrer Nähe sind nur nach Abschaltung und Erdung erlaubt.

P

Präqualifikation
Vorab-Prüfung der Eignung eines Unternehmens durch die Deutsche Bahn. Präqualifizierte Firmen müssen bei Vergaben nicht jedes Mal alle Nachweise neu erbringen.
PSA (Persönliche Schutzausrüstung)
Die Ausrüstung, die vor Gefahren schützt – am Gleis vor allem Warnkleidung und Sicherheitsschuhe, je nach Tätigkeit auch Helm, Gehör- oder Kälteschutz.

R

Räumen
Das Verlassen des Gefahrenbereichs nach dem Warnsignal. Die Kolonne räumt das Gleis rechtzeitig, bevor der Zug die Arbeitsstelle erreicht.

S

Schaltantragsteller (SAS)
Beantragt die Abschaltung der Oberleitung bei der zuständigen Stelle, gibt die Bestätigung an die Beteiligten weiter und meldet den Abschnitt nach Arbeitsende wieder frei.
Sicherungsaufsicht (Sakra)
Verantwortlich dafür, dass die geplanten Sicherungsmaßnahmen richtig umgesetzt werden. Sie weist die Sicherungsposten ein und überwacht ihren Einsatz.
Sicherungsplan
Legt vor Beginn der Arbeiten fest, wie eine Arbeitsstelle gegen Gefahren aus dem Bahnbetrieb gesichert wird – zum Beispiel durch Sicherungsposten, Warnanlagen oder Sperrungen.
Sicherungsposten (Sipo)
Beobachtet die Strecke und warnt die Beschäftigten rechtzeitig vor herannahenden Zügen, damit sie den Gefahrenbereich verlassen können.
Sperrung
Ein Gleis wird für Zugfahrten gesperrt, damit dort gearbeitet werden kann. Auf Nachbargleisen kann trotzdem weiter Verkehr fahren.

W

Warnkleidung
Gut sichtbare Kleidung in Signalfarben mit reflektierenden Streifen. Sie sorgt dafür, dass Beschäftigte am Gleis auch bei schlechter Sicht früh erkannt werden.
Warnsignal
Das vereinbarte Signal, mit dem vor einer Zugfahrt gewarnt wird – zum Beispiel per Signalhorn oder automatischer Warnanlage. Darauf räumt die Kolonne das Gleis.

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